08.11.2023

Die Macht der Prävention bei Brustkrebs

Jede 7. Frau erkrankt im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs. Brustkrebs ist damit
 weltweit eine der häufigsten Krebsarten und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die
 Gesundheit von Frauen dar. Trotz der Fortschritte in der medizinischen Forschung und
 der Behandlungsmöglichkeiten ist die Früherkennung nach wie vor ein entscheidender
 Faktor für eine erfolgreiche Überwindung dieser Krankheit.

 Deswegen fordern die Jungen Liberalen Baden-Württemberg Folgendes:

 Altersgrenze herabsetzen: Die Veränderungen in der Brust im Blick

 Die Brust ändert sich das ganze Leben. Besonders im Alter zwischen 45 und 50 findet
 ein Wechsel von einer dichten Brust mit Drüsengewebe zu einer Brust mit Fettgewebe
 statt. Deswegen sollen Mammographien bei Frauen im Alter von 45 bis 50, die eine
 dichte Brust haben (ACR 3/4), zusätzlich noch um eine Sonographie ergänzt werden.
 Dies ist besonders wichtig, da eine von sechs Brustkrebsbetroffenen unter 50 Jahre alt ist.

Abtasten zur Vorsorge – Routine macht den Meister in der Früherkennung

Regelmäßiges eigenständiges sowie ärztliches Abtasten ist einer der sinnvollsten niedrigschwelligen Möglichkeiten zur Früherkennung. Trotz weniger Genauigkeit im Vergleich zu Mammographie u.ä. Untersuchungsmethoden liegt ein enormer Vorteil in der nicht vorhandenen Bestrahlung. Ab 30 Jahren können sich Frauen von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung daher zeigen lassen, wie sie sich selbst abtasten; ebenfalls ab 30 Jahren tasten Frauenärzte einmal jährlich die Brüste und die Lymphknoten in den Achselhöhlen der Patientin ab. Dabei wird achtet auf Form-, Größen- und eventuelle Verhärtungsunterschiede innerhalb der Brust und der Brustwarzen und Auffälligkeiten an der Haut geachtet. Viele Fälle von Brustkrebs und dessen Vorstufen werden aber bereits erfolgreich vor einem Alter von 30 Jahren durch eigenständiges Abtasten durch Patientinnen festgestellt.

Die sinnvollste Vorsorge setzt daher noch viel früher an. Wir fordern daher diese Vorsorgeleistungen bereits ab 16 Jahren einzuführen und aktiv in den Praxen anzubieten.

 Vererbtes Risiko: Frühzeitige Prävention ist notwendig

 Genauso müssen diejenigen bedacht werden, die eine erbliche Veranlagung für
 Brustkrebs haben. Bisher ist es der Fall, dass Frauen mit erblicher Vorbelastung ab
 ihrem 40. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen erhalten. Erblich Vorbelastete erkranken
 oft früher als Frauen ohne erbliche Belastung – im Durchschnitt mit etwa 44 – 50
 statt 64 Jahren. Jedoch muss man schon ab dem 30. Lebensjahr damit rechnen, dass es
 zu einem Ausbruch von Brustkrebs kommt. Deswegen soll die Brustkrebsvorsorge für
 diese Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr stattfinden.

 Mehr Radiologen für die Brustgesundheit!

 Zudem sehen wir, dass es besonders wenige Radiologen und Radiologinnen gibt, die sich
 auf Mammographie spezialisieren. Einer der Gründe dafür ist die geläufige Praxis,
 Assistenzärzten ohne praktische Erfahrungen im Bereich Mammographie trotzdem die
 erforderlichen Kenntnisse für den Facharzttitel zu attestieren. Dagegen wollen wir
 mit einer Verpflichtung zu einer Prüfung im Bereich Mammographie vorgehen.

 Wir setzen auf genaue Diagnostik!

 Bei kurativen Mammographien soll es wie bei den Screening-Mammographien ebenfalls
 zwei Radiologen geben, die die Mammographie beurteilen. Damit soll die Sensitivität
 bei der
 Befundung erhöht werden. Zur Entlastung der Radiologen soll auch die Künstliche
 Intelligenz als Zweitmeinung herangezogen werden können. Schon jetzt gibt es Studien,
 die nachweisen, dass die Einschätzung radiologischer Aufnahmen durch eine KI der
 eines Radiologen weitestgehend gleichwertig ist. Diesen Fortschritt muss man nun
 nutzen, indem man in Universitätskliniken den Einsatz der KI als Zweitmeinung
 erprobt.

 Tabuthema Brustkrebs: Der Redebedarf ist groß!

 Es ist uns wichtig, dass das Thema Brustkrebs bei Frauen wie Männern kein Tabuthema
in der Gesellschaft mehr
 ist. Bildung und Sensibilisierung sind hier entscheidend. Informationen über
 Brustkrebs, seine Ursachen, Symptome, Prävention und Behandlung sollten leicht
 zugänglich sein. Es reicht nicht aus, dass Frauen ab dem 50. Lebensjahr alle zwei
 Jahre durch die Einladung zum Mammographie-Screening auf das Thema Brustkrebs
 aufmerksam gemacht werden. Auch Männer können von Brustkrebs betroffen sein und müssen entsprechend in den entsprechenden Risikogruppen mitgedacht werden. Deswegen
fordern wir, dass der Informationskanal der

 Kooperationsgemeinschaft Mammographie auch für einen Informationsfluss zum Thema
 Brustkrebs genutzt wird. Genauso ist es notwendig, dass das Thema Brustkrebs explizit
 in der Schule angesprochen wird.

 Ein starkes soziales Netzwerk und emotionale Unterstützung sind für Menschen, die von
 Brustkrebs betroffen sind, von großer Bedeutung. Unterstützungsgruppen und
 psychosoziale Dienste können helfen, das Stigma zu reduzieren, indem sie Menschen in
 schwierigen Zeiten unterstützen. Solche Gruppen und Dienste sollen von der
 Landesregierung Baden-Württemberg finanziell gefördert werden, sofern keine Förderung
 durch die freie Wirtschaft gegeben ist.

Die Gültigkeit des Antrags ist auf fünf Jahre begrenzt.

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