03.11.2002

Konsequenzen aus der PISA-Studie

Die PISA-Studie hat schwerwiegende Mängel im deutschen Bildungssystem offengelegt. Um diese Mängel zu bekämpfen, fordern die Jungen Liberalen die Ergreifung folgender Maßnahmen im baden-württembergischen Schulwesen:

  • Einen flächendeckenden Ausbau der Sprachförderung bei Kindern mit geringen Deutschkenntnissen. Hierzu muss für Migrantenkinder schon ab dem Kleinkindalter ein altersgerechtes, umfassendes Angebot an Sprachkursen zur Verfügung stehen.
  • Im Kindergarten muss bereits eine Vorschulerziehung stattfinden, die auf die Grundschule vorbereitet und einen besseren und flexibleren Übergang zur Grundschule ermöglicht. Gegebenenfalls kann auch im Halbjahresrhythmus eingeschult werden, auf jeden Fall ist jedoch eine Einschulung ab 5 Jahren möglich zu machen.
  • Eine Verbesserung der Vorschulbetreuer-Ausbildung entsprechend der neuen Aufgaben der Betreuer.
  • Eine Verbesserung der Lehrerausbildung, strukturell durch die Entbürokratisierung Modularisierung der Studiengänge, das Staatsexamen muss abgeschafft und durch international anerkannte universitäre Abschlüsse ersetzt werden, z.B. Bachelor/Master; inhaltlich durch die Stärkung der Fachdidaktik und durch mehr praktische Erfahrung sowie durch Aneignung von Konfliktmanagement-Techniken. Auch ist die Lehrerfortbildung zu verbessern und auszubauen.
  • Bereits in der Grundschule muss eine Aufwertung der Schriftlichkeit, d.h. Lesen, Schreiben, Verstehen, (Auswendig-) Lernen von Texten sowie der Naturwissenschaften erfolgen.
  • Den Ausbau von Ganztagesangeboten an allen Schulen, v.a. an Grundschulen und Hauptschulen. In diesem Zusammenhang muss auch die Zwergschulproblematik auf den Prüfstand: Relativ kleine Klassen, meist in den Schulen auf dem Land, stehen relativ großen Klassen, meist in Ballungszentren und größeren Städten gegenüber.
  • Mehr Durchlässigkeit der einzelnen Schultypen. Gute Schüler z.B. auf der Realschule sollten ermuntert werden, einen Aufnahmetest für das Gymnasium abzulegen. Schulwechsel müssen selbstverständlich werden und dürfen keine Ausnahme bleiben.
  • Schüler, die aufgrund ihrer Leistungen nicht versetzt werden können, sollen die Möglichkeit erhalten, z.B. in Sommerkursen die Defizite auszugleichen und anschließend eine Wiederholungsprüfung abzulegen. Gezielter Förderunterricht kann hier Schwächen frühzeitig wirksam bekämpfen. Parallel hierzu müssen auch hochbegabte Schüler besonders gefördert werden.
  • Die Übertragung der Finanz- und Personalautonomie an die Schulen sowie Freiheit bei der Gestaltung des Unterrichts, um den Wettbewerb der Schulen untereinander zu fördern. Qualitätssicherung durch regelmäßige, konsequente und differenzierte Evaluation durch eine unabhängige Institution, z.B. eine Stiftung. Oberstes Gremium einer Schule muss die Schulkonferenz sein, in der die Statusgruppen paritätisch repräsentiert sind. Vor allem die Einbindung der Eltern in Entscheidungen der Schule muss verstärkt werden, um ihre Verantwortlichkeit für die Bildung ihrer Kinder zu stärken.

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